Die Kraft der Stille –
Wie die Großmutter von Designerin Katie Ji hinter LU REN bis heute wirkt
Am Internationalen Frauentag richten wir den Blick auf Frauen, deren Einfluss oft leise, aber nachhaltig ist. Auf jene, deren Stärke nicht im Vordergrund stehen muss, um spürbar zu sein. Für die Gründerin von LU REN beginnt diese Geschichte bei ihrer Großmutter – einer Frau, deren Haltung, Werte und Präsenz bis heute das Fundament der Marke prägen.
„Meine Großmutter hat mir gezeigt, was wahre Stärke bedeutet“, erzählt sie. „Sie war nie laut oder dominant. Ihre Kraft war ruhig, würdevoll und tief verwurzelt.“
Eine Stärke, die nicht beweisen musste, dass sie existiert – und gerade dadurch umso überzeugender war. Dieses Verständnis von Selbstbewusstsein begleitet Katie Ji bis heute: im Leben, in ihrer Führung und in der Art, wie sie Mode denkt.
Erinnerung als Haltung
Der Name der Marke ist mehr als ein klangvolles Label.
LU REN bedeutet auf Chinesisch „sich erinnern“. Erinnern an Herkunft, an Werte, an leise Lehren, die weitergetragen werden wollen. „Der Name ist eine Hommage an meine Großmutter“, sagt sie. „Aber auch an alles, wofür sie stand: Authentizität, Anmut und innere Stärke.“
Jedes Kleidungsstück wird so zu einem Träger von Erinnerung. Nicht nostalgisch, sondern bewusst. Als Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Marke versteht sich als Fortsetzung einer Haltung – nicht als Bruch. „LU REN ist mein Weg, sie bei mir zu behalten. Ihre Präsenz ist in jedes Teil eingewebt.“
Stil ohne Lautstärke
Der Stil der Großmutter war zeitlos, zurückhaltend und von einer stillen Eleganz geprägt. Sie liebte weiche Materialien und klare Silhouetten, nichts Übertriebenes, nichts Lautes. Kleidung war für sie kein Trend, sondern ein Gefühl. „Es ging nie darum, was modern war“, erinnert sich Katie Ji. „Sondern darum, wie sich ein Kleidungsstück anfühlte: bequem, selbstsicher, gesammelt.“
Diese Haltung prägt bis heute die kreative Vision der Marke. Kleidung soll begleiten, nicht dominieren. Sie soll Raum lassen – für Persönlichkeit, für Bewegung, für Leben.



Rituale die bleiben
Eine der prägendsten Erinnerungen ist überraschend unspektakulär: das sorgfältige Falten von Strickwaren. Fast ritualistisch, mit Respekt vor dem Material. „Sie behandelte Kleidung nie als etwas Austauschbares“, erzählt sie. „Für sie trugen Dinge Bedeutung.“
Genau dieses Bewusstsein fließt heute in jedes Design ein. Kleidung als etwas, das Emotionen speichert, Momente begleitet und Teil einer persönlichen Geschichte wird. Ein Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit.
Auch ihre Art zu sprechen – oder besser: zu schweigen – hat Spuren hinterlassen. „Sie sprach wenig. Aber wenn sie etwas sagte, hatte es Gewicht.“ Eine Klarheit, die nicht laut sein musste. Eine Haltung, die heute auch die Art prägt, wie die Gründerin führt: ruhig, fokussiert, ohne unnötiges Geräusch.
Sanfte Stärke
Die Frauen, für die LU REN entwirft, sind Frauen, die nicht laut sein müssen, um gesehen zu werden. Frauen, die Verantwortung tragen, aufbauen, nähren, führen – oft im Stillen. Die Stärke der Großmutter lebt weiter in der Weichheit des Kaschmirs, in klaren Linien, in der Überzeugung, dass Eleganz und Kraft keine Gegensätze sind.
Was würde ihre Großmutter heute sagen, wenn sie diesen Weg sehen könnte? „Ich glaube, sie wäre stolz darauf, dass ich mir treu geblieben bin“, sagt sie. „Dass ich aus dem Herzen heraus gebaut habe – nicht nur aus Ehrgeiz. Und dass ich Tiefe über Geschwindigkeit gestellt habe.“

EINE BOTSCHAFT AN FRAUEN
Wenn es eine Botschaft gäbe, die ihre Großmutter heute weitergeben würde, dann diese:
„Bleib sanft – aber mach dich niemals klein.“
FRAUENTAG ALS ERINNERUNG UND VERANTWORTUNG
Für Gründerin und Designerin Katie Ji ist der Internationale Frauentag mehr als eine Feier. Er ist ein Moment der Dankbarkeit – und der Verantwortung.
„Es geht darum, die stille Stärke zu würdigen, die so oft übersehen wird. Die emotionale Arbeit, die Resilienz, die Anmut, die Frauen täglich tragen.“
Es ist auch ein Blick auf die Linie der Frauen vor uns – und auf jene, die nach uns kommen. Erinnerung als Verpflichtung. Und als Einladung, Räume zu schaffen, in denen leise Stärke sichtbar sein darf.














